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Wie setzen sich die Pflegeheimkosten zusammen?

Kosten stationäre Pflege

Die Kosten der stationären Pflege sind grundsätzlich in folgende Positionen unterteilt:

Pflegesatz:

Mit ihm werden die Pflege und die soziale Betreuung finanziert. Der Pflegesatz wird nach Pflegegraden differenziert

Kosten für Unterkunft und Verpflegung:

Das Entgelt für Unterkunft und Verpflegung (sogenannte „Hotelkosten“) umfasst unter anderem die Nebenkosten für das Zimmer und die Zubereitung und das Bereitstellen von Speisen und Getränken. Zusätzlich mit inbegriffen sind die Bereitstellung von Bettwäsche und Handtüchern sowie die Reinigung der Zimmer

Investitionskosten:

Die Investitionskosten sind die Kosten, die dem Träger von Pflegeeinrichtungen im Zusammenhang mit Herstellung, Anschaffung und Instandsetzung von Gebäuden und der damit verbundenen technischen Anlagen entstehen

Beispielrechnung für die stationäre Pflege mit dem Pflegegrad 4 (bei durchschnittlich 30,42 Tagen):

pro Tag
pro Monat
 
Pflegesatz
65,00 €
1.977,30 €
 
Ausbildungsumlage
1,12 €
34,07 €
 
Unterkunft
10,18 €
309,68 €
 
Verpflegung
8,32 €
   253,09 €
 
Investutionskosten
28,75 €
874,58 €
 
Gesamt
112,25 €
3448,72 €
 
Zuschuss der Pflegekasse
1.775,00 €
 
Eigenanteil
1.673,72 €
 

Wichtig:

Diese Aufstellung ist nur beispielhaft. Für ein konkretes Angebot, dass Ihre persönlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt, können Sie sich gerne an die Verwaltung wenden. Seit dem Inkrafttreten des Pflegestärkungsgesetzes II am 01.01.2017 ist der Eigenanteil, also der von Ihnen selbst zu tragende Anteil der Pflegeheimkosten, in allen Pflegegraden (bis auf geringe Cent-Differenzen) gleich. Somit werden Sie auch dann nicht finanziell schlechter gestellt, wenn Sie in einen höheren Pflegegrad hochgestuft werden.

Die Höhe der Leistungen aus der Pflegeversicherung richtet sich nach den Pflegegraden und wird, unabhängig von eigenen finanziellen Mitteln, gewährt. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung. Die Pflegekasse übernimmt 100% vom pflegebedingten Aufwand (Pflegesatz und ggf. Ausbildungsumlage):

Pflegegrad
1
125 Euro
 
Pflegegrad
2
770 Euro
 
Pflegegrad
3
1.262 Euro
 
Pflegegrad
4
1.775 Euro
 
Pflegegrad
5
2.005 Euro
 

Sollte der Höchstbetrag für die Sachleistungen (also für den pflegebedingten Aufwand) nicht ganz ausgeschöpft werden – z. B. weil pflegebedürftige Bewohner längere Zeit im Krankenhaus war – kann der verbleibende Restbetrag auch für die Kosten für Unterkunft und Verpflegung werden.

Gem. §92c SGB XI bezieht sich der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) in der vollstationären Pflege auf den pflegebedingten Aufwand (Pflegeentgelt) der Pflegegrade 2 bis 5.

Achtung: Wenn Sie anspruchsberechtigt auf Leistungen der Beihilfestelle sind, geben Sie diese Information unbedingt beim Beratungsgespräch mit an. Die Beihilfestelle übernimmt i. d. R. einen Teil der Kosten der Pflegekasse.

Wer kommt für die Kosten auf, wenn meine Rente nicht ausreicht?

Niemand muss aus finanziellen Gründen auf die Sicherheit einer 24 –Stunden-Betreuung verzichten, wenn es einen entsprechenden Bedarf gibt.

Wie bereits beschrieben, übernehmen die Pflegekassen einen Teil der Gesamtkosten. Für den Rest muss zunächst der oder die Pflegebedürftige aufkommen. Wenn Vermögen oder monatliches Einkommen nicht ausreichen, zahlt der Sozialhilfeträger den Betrag, den der Pflegebedürftige selbst nicht aufbringen kann plus einen Barbetrag (“Taschengeld”) zur persönlichen Verfügung.

Wichtig: Der Antrag muss frühzeitig bei dem zuständigen Sozialhilfeträger gestellt werden, das heißt vor dem Einzug ins Pflegeheim bzw. bevor das Vermögen aufgebraucht ist.

Muss ich mich als Angehöriger an den Heimkosten beteiligen?

Bevor das Sozialamt Sozialhilfe leistet wird geklärt, ob nahestehende Personen unterhaltspflichtig gegenüber dem Leistungsberechtigten sind. Dies regelt der sogenannte “Elternunterhalt” nach §§ 1601ff BGB.

Das Sozialamt darf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse prüfen und sich diese offenlegen lassen. Bei einer vorliegenden Leistungsfähigkeit des Kindes oder der Kinder, wird ein sogenannter “angemessener Selbstbehalt” berechnet.

Tipp: Kostenloses Beratungsgespräch

Die Finanzierung eines Pflegeheimplatzes ist auf den ersten Blick sehr komplex – vor allem, wenn man sich zum ersten Mal damit beschäftigt. Wir erklären Ihnen aber gerne bei einem persönlichen Beratungsgespräch, was alles beachtet werden muss und unterstützen Sie bei der Antragsstellung. Vereinbaren Sie einfach einen Termin bei uns.